Wajera (“Und Er erschien”)

1 Und der Ewige erschien ihm bei den Terebinthen von Mamre, als er um die Tageshitze am Eingang seines Zeltes saß.

2 Da hob er seine Augen und sah: da standen drei Männer vor ihm. Und da er’s sah, eilte er ihnen vom Eingang des Zeltes entgegen, und warf sich hin zur Erde

3 und sprach: «O Herr, wenn ich doch Gunst gefunden in deinen Augen, so geh doch nicht an deinem Knecht vorüber!

4 Man soll doch ein wenig Wasser bringen, dann wascht eure Füße und lehnt euch hin unter dem Baum,

5 und ich will einen Bissen Brot holen, daß ihr euer Herz erquickt; hernach mögt ihr weiterziehn, da ihr nun einmal bei eurem Knecht vorübergekommen seid!» Sie aber sprachen: «Tu so, wie du gesprochen.»

6 Da eilte Abraham ins Zelt zu Sara und sprach: «Eile, knete drei Maß feinsten Mehls und mache Kuchen.»

7 Und zu den Rindern lief Abraham, nahm ein junges Rind, zart und schön, und gab es dem Burschen, der es eilends bereitete.

8 Dann nahm er Rahm und Milch und das junge Rind, das er bereitet hatte, und setzte es ihnen vor. Er aber stand bei ihnen unter dem Baum, und sie aßen.

9 Und sie sprachen zu ihm: «Wo ist dein Weib Sara?» Und er sprach: «Sie ist im Zelt.»

10 Da sprach er: «Wiederkommen werde ich zu dir von nun übers Jahr, dann wird dein Weib Sara einen Sohn haben.» Sara aber hörte es am Eingang des Zeltes, der hinter jenem war.

11 Abraham und Sara aber waren alt, vorgerückt in den Tagen. Es ging Sara nicht mehr nach der Weise der Frauen.

12 Da lachte Sara in ihrem Innern, indem sie dachte: «Nachdem ich verwelkt, sollte mir noch Wonne werden? Und mein Herr ist alt.»

13 Da sprach der Ewige zu Abraham: «Warum lacht denn Sara und denkt: ,Sollte ich wirklich noch gebären, da ich doch alt geworden?’

14 Ist dem Ewigen ein Ding zu kühn? – Zur bestimmten Frist werde ich wieder zu dir kommen, von nun übers Jahr, dann hat Sara einen Sohn.»

15 Da leugnete Sara und sprach: «Ich habe nicht gelacht!» denn sie fürchtete sich. Er aber sprach: «Nein, du hast gelacht.»

16 Dann brachen die Männer von dort auf; und sie blickten gegen Sedom hin; und Abraham ging mit ihnen, um sie zu geleiten.

17 Der Ewige aber sprach: «Sollte ich vor Abraham verborgen halten, was ich tun will?

18 Und Abraham wird ja zu einem großen und mächtigen Volk werden, daß mit ihm sich segnen sollen alle Völker der Erde,

19 denn ich habe ihn ausersehn, auf daß er seinen Kindern und seinem Haus nach ihm befehle, daß sie den Weg des Ewigen wahren, Gerechtigkeit und Recht zu üben, damit der Ewige an Abraham eintreffen lasse, was er über ihn geredet.»

20 Da sprach der Ewige: «Da das Geschrei über Sedom und Amora gar groß ist, und ihre Sünde sehr schwer,

21 darum will ich hinab und will sehen, ob sie vollends getan, wie die Klage über sie vor mich gedrungen, oder ob nicht, ich will es wissen.»

22 Da wandten sich die Männer von dort weg und gingen nach Sedom, und Abraham blieb noch vor dem Ewigen stehen.

23 Und Abraham trat heran und sprach: «Willst du gar den Gerechten mit dem Frevler hinraffen?

24 Vielleicht gibt es fünfzig Gerechte in der Stadt, wolltest du gar hinraffen und dem Ort nicht vergeben um dieser fünfzig Gerechten willen, die darin sind?

25 Schmach sei es dir, solches zu tun, den Gerechten zu töten mit dem Frevler, daß der Gerechte gleich dem Frevler wäre. Schmach sei das dir! Sollte der Richter aller Erde nicht Recht üben?»

26 Da sprach der Ewige: «Wenn ich zu Sedom fünfzig Gerechte in der Stadt finde, will ich dem ganzen Ort vergeben um ihretwillen.»

27 Da hob Abraham an und sprach: «Sieh, ich habe mich nun unterfangen, zu meinem Herrn zu reden, ob ich nur Staub auch bin und Asche!

28 Vielleicht fehlen an diesen fünfzig Gerechten fünf -, wolltest du um der fünf willen die ganze Stadt verderben?» Und er sprach: «Ich will sie nicht verderben, wenn ich daselbst fünfundvierzig finde.»

29 Und er fuhr fort, ferner zu ihm zu reden, und sprach: «Vielleicht finden sich dort vierzig!» Und er sprach: «Ich will es nicht tun, um der vierzig willen.»

30 Und er sprach: «Möge es den Herrn nicht verdrießen, daß ich rede! Vielleicht finden sich dort dreißig!» Und er sprach: «Ich will es nicht tun, wenn ich dort dreißig finde.»

31 Und er sprach: «Sieh, ich habe mich nun unterfangen, zu meinem Herrn zu reden! Vielleicht finden sich daselbst zwanzig!» Und er sprach: «Ich werde nicht verderben, um der zwanzig willen.»

32 Da sprach er: «Möge es doch den Herrn nicht verdrießen! Nur noch diesmal will ich reden! Vielleicht finden sich daselbst zehn!» Und er sprach: «Ich werde nicht verderben, um der zehn willen.»

33 Und der Ewige ging hinweg, nachdem er mit Abraham zu Ende geredet; Abraham aber kehrte an seinen Ort zurück.

1 Die beiden Gottesboten aber kamen am Abend nach Sedom, und Lot saß da am Tor von Sedom; als nun Lot sie sah, erhob er sich ihnen entgegen und warf sich nieder, mit dem Angesicht zur Erde;

2 und er sprach: «Bitte, meine Herren, kehrt doch ein in das Haus eures Knechtes und nachtet und wascht eure Füße; und macht euch früh auf und zieht dann eures Weges.» Sie aber sprachen: «Nein, auf dem freien Platz wollen wir übernachten.»

3 Als er jedoch sehr in sie drang, kehrten sie bei ihm ein und kamen in sein Haus. Da bereitete er ihnen ein Mahl und buk Flachbrote, und sie aßen.

4 Noch hatten sie sich nicht niedergelegt, da umringten die Männer der Stadt, die Leute von Sedom, das Haus, jung und alt, das ganze Volk von allen Enden;

5 sie riefen nach Lot und sprachen zu ihm: «Wo sind die Männer, die heute Nacht zu dir gekommen sind? Führ sie heraus zu uns, daß wir sie erkennen.»

6 Da ging Lot zu ihnen hinaus an den Eingang, die Tür aber schloß er hinter sich zu,

7 und er sprach: «Ach, meine Brüder, handelt doch nicht so schlecht!

8 Seht, ich habe zwei Töchter, die noch keinen Mann erkannt haben; die will ich zu euch hinausbringen; mit ihnen tut, wie es euch gut dünkt. Nur diesen Männern tut nichts, denn sie sind in den Schatten meines Hauses getreten!»

9 Sie aber riefen: «Tritt weg!» Und sie sprachen: «So Einer ist als Gast hierhergekommen und will nun den Richter machen! Nun wollen wir’s dir noch schlimmer tun als jenen.» Und sie drangen heftig auf den Mann, auf Lot, ein und traten heran, um die Tür zu erbrechen.

10 Da streckten die Männer ihre Hand aus, brachten Lot zu sich ins Haus und verschlossen die Tür.

11 Die Leute aber am Eingang des Hauses schlugen sie mit Blindheit, klein und groß, daß sie die Tür nicht finden konnten.

12 Dann sprachen die Männer zu Lot: «Hast du sonst noch jemand hier? Eidam, deine Söhne und Töchter und wer immer dir angehört in der Stadt, die schaffe hinaus aus dem Ort.

13 Denn wir verderben diesen Ort; denn groß ist das Geschrei über sie vor dem Ewigen, darum hat er uns gesandt, ihn zu verderben.»

14 Da ging Lot hinaus und sprach zu seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter nehmen sollten: «Auf, zieht hinweg aus diesem Ort! Denn der Ewige verdirbt die Stadt!» Er erschien aber seinen Schwiegersöhnen wie einer, der Scherz treibt.

15 Wie aber nun das Morgendunkel sich erhob, drangen die Boten in Lot und sprachen: «Auf, nimm dein Weib und deine beiden Töchter, die hier sind, damit du nicht fortgerafft wirst durch die Sünde der Stadt.»

16 Da er jedoch zögerte, faßten die Männer ihn und sein Weib und seine beiden Töchter bei der Hand, weil der Ewige sich seiner erbarmt hatte, führten ihn hinweg und setzten ihn draußen vor der Stadt ab.

17 Es war nun, als sie sie hinausgeführt hatten, da sprach der: «Flüchte um dein Leben! Schau nicht hinter dich und mach nicht halt in dem ganzen Rund! Ins Gebirge rette dich, daß du nicht fortgerafft wirst!»

18 Da sprach Lot zu ihnen: «Nicht doch, o Herr!

19 Sieh, dein Knecht hat Gunst gefunden in deinen Augen, und große Liebe hast du mir erwiesen, mich am Leben zu erhalten; ich aber kann mich nicht ins Gebirge flüchten, das Verderben könnte mich ereilen, daß ich sterbe.

20 Sieh, da ist diese Stadt, nah dahin zu flüchten, und das ist ein Geringes; laß mich doch dahin fliehen, das ist ja ein Geringes – daß ich am Leben bleibe!»

21 Und er sprach zu ihm: «Auch hierin will ich dir nachgeben, daß ich die Stadt nicht zerstöre, von der du geredet.

22 Rasch, rette dich dorthin, denn ich darf nichts tun, bevor du dorthin gekommen.» Daher nennt man jene Stadt Zoar.

23 Die Sonne ging gerade über der Erde auf, da kam Lot nach Zoar.

24 Und der Ewige ließ über Sedom und Amora Schwefel und Feuer regnen, von dem Ewigen, vom Himmel herab,

25 und er zerstörte diese Städte und das ganze Rund, samt allen Bewohnern der Städte und dem Gewächs des Erdbodens.

26 Sein Weib aber schaute sich hinter ihm um, da ward sie eine Salzsäule.

27 Früh am Morgen aber machte sich Abraham auf an den Ort, wo er vor dem Ewigen gestanden,

28 und schaute nach Sedom und Amora und gegen den ganzen Bereich des Runds hin. Da sah er: Der Rauch der Landschaft stieg auf wie der Rauch eines Schmelzofens.

29 Es war nämlich, als Gott die Städte des Runds zerstörte, da gedachte Gott Abrahams und entsandte Lot aus der Zerstörung, als er die Städte zerstörte, in denen Lot gewohnt.

30 Lot aber zog von Zoar hinauf, und ließ sich mit seinen beiden Töchtern im Gebirge nieder; denn er fürchtete, in Zoar zu bleiben, so blieb er in der Höhle, er und seine beiden Töchter.

31 Da sprach die Ältere zur Jüngern: «Unser Vater ist alt, und es ist kein Mann sonst im Land, zu uns einzugehn, wie es aller Welt Brauch.

32 Komm, wir wollen unserm Vater Wein zu trinken geben und uns zu ihm legen, damit wir von unserm Vater Samen leben lassen.»

33 Da gaben sie ihrem Vater Wein zu trinken in jener Nacht; dann ging die Ältere hinein und legte sich zu ihrem Vater. Er aber merkte nicht, wie sie sich zu ihm legte, noch wie sie aufstand.

34 Es war nun am andern Morgen, da sprach die Ältere zur Jüngern: «Nun habe ich nächtens bei meinem Vater gelegen! Wir wollen ihm auch diese Nacht Wein zu trinken geben, dann geh du hinein und lege dich zu ihm, damit wir von unserm Vater Samen leben lassen.»

35 Da gaben sie ihrem Vater auch in jener Nacht Wein zu trinken, und die Jüngere stand auf und legte sich zu ihm; aber er merkte nicht, wie sie sich zu ihm legte, noch wie sie aufstand.

36 Da wurden beide Töchter Lots von ihrem Vater schwanger.

37 Und die Ältere gebar einen Sohn und nannte seinen Namen Moab, das ist der Stammvater Moabs bis heute.

38 Und auch die Jüngere gebar einen Sohn und nannte ihn Ben-Ammi; das ist der Stammvater der Söhne Ammons bis heute.

1 Abraham aber zog von dort hinweg in das Land der Südsteppe; und er ließ sich nieder zwischen Kadesch und Schur und verweilte in Gerar.

2 Und Abraham sprach von seinem Weib Sara: «Meine Schwester ist sie.» Da schickte Abimelech, der König von Gerar, hin und ließ Sara holen.

3 Gott aber kam zu Abimelech im Traum der Nacht und sprach zu ihm: «Nun mußt du sterben wegen des Weibes, das du genommen, denn sie ist einem Gatten eigen.»

4 Abimelech aber war ihr nicht genaht, und er sprach: «Herr, willst du auch schuldloses Volk umbringen?

5 Hat er mir doch selbst gesagt: ,Sie ist meine Schwester!’ Und sie – auch sie hat gesagt: ,Er ist mein Bruder!’ In Einfalt meines Herzens und in Reinheit meiner Hände habe ich dies getan!»

6 Da sprach Gott zu ihm im Traum: «Auch ich weiß, daß du dies in Einfalt deines Herzens getan, und so habe auch ich dich davor bewahrt, dich gegen mich zu versündigen; darum habe ich dich sie nicht berühren lassen.

7 Und nun, gib des Mannes Weib zurück, denn er ist ein Gottbegeisteter; er wird für dich beten, daß du am Leben bleibst. Wenn du sie aber nicht zurückgibst, so wisse, daß du sterben mußt, du und alles, was dein ist.»

8 Da stand Abimelech des Morgens früh auf, rief alle seine Diener und redete vor ihren Ohren alle diese Worte; da fürchteten sich die Leute sehr.

9 Dann ließ Abimelech Abraham rufen, und sprach zu ihm: «Was hast du uns getan, und was habe ich gegen dich verschuldet, daß du über mich und mein Reich eine so große Sünde brachtest? Taten, die man nicht tut, hast du an mir getan!»

10 Und Abimelech sprach zu Abraham: «Was hattest du gesehen, daß du dieses Ding getan?»

11 Da sprach Abraham: «Da ich dachte, sicherlich ist keine Gottesfurcht an diesem Ort; und so könnten sie mich umbringen um meines Weibes willen.

12 Auch ist sie wirklich meine Schwester, die Tochter meines Vaters, nur nicht die Tochter meiner Mutter, und so wurde sie mein Weib.

13 Nun war es, als mich Gott aus meinem Vaterhaus in die Fremde irren ließ, da sprach ich zu ihr: ,Das sei deine Liebe, die du mir erweisen mögest: Überall, wohin wir kommen, sage von mir: Er ist mein Bruder!’»

14 Da nahm Abimelech Schafe und Rinder, Knechte und Mägde und schenkte sie Abraham und gab ihm sein Weib Sara zurück.

15 Und Abimelech sprach: «Sieh, mein Land liegt vor dir; wo es dir gefällt, dort laß dich nieder.»

16 Und zu Sara sprach er: «Sieh, ich gebe deinem Bruder tausend Silberstücke, das soll dir eine Augenhülle sein gegenüber allen, die bei dir sind, daß du vor allen gerechtfertigt bist.»

17 Und Abraham betete zu Gott, da heilte Gott Abimelech und sein Weib und seine Mägde, daß sie gebaren.

18 Denn der Ewige hatte jeden Schoß in Abimelechs Haus verschlossen, um Saras willen, des Weibes Abrahams.

1
1.Mo 21:1
Und der Ewige bedachte Sara, wie er gesagt, und der Ewige tat Sara, wie er gesprochen;

2 und Sara ward schwanger und gebar Abraham einen Sohn auf sein Alter, zum Zeitpunkt, den Gott verkündet hatte.

3 Und Abraham nannte den Sohn, der ihm geboren worden, den ihm Sara geboren, Jizhak,

4 und Abraham beschnitt seinen Sohn Jizhak, als er acht Tage alt war, wie ihm Gott geboten.

5 Abraham aber war hundert Jahre alt, als ihm sein Sohn Jizhak geboren wurde.

6 Und Sara sprach: «Ein Lachen hat mir Gott gemacht! jeder, der es hört, lacht über mich.»

7 Und sie sprach: «Wer hätte Abraham gesagt, daß Sara Kinder säugt? Da habe ich ihm einen Sohn geboren auf sein Alter.»

8 Das Kind wuchs nun heran und wurde entwöhnt, und Abraham machte ein großes Mahl an dem Tag, da Jizhak entwöhnt wurde.

9 Da sah Sara den Sohn Hagars, der Mizräerin, den diese Abraham geboren hatte, wie er Gespött trieb.

10 Und sie sprach zu Abraham: «Jag diese Magd und ihren Sohn fort, denn der Sohn dieser Magd soll nicht erben mit meinem Sohn, mit Jizhak.»

11 Da mißfiel dies Abraham sehr um seines Sohnes willen.

12 Gott aber sprach zu Abraham: «Laß dir’s nicht leid sein wegen des Knaben und wegen deiner Magd. In allem, was Sara dir sagt, höre auf ihre Stimme, denn durch Jizhak soll dir Same genannt werden.

13 Aber auch den Sohn der Magd will ich zu einem Volk machen, weil er dein Same ist.»

14 Da stand Abraham des Morgens früh auf, nahm Brot und einen Schlauch mit Wasser, gab es Hagar, legte es auf ihre Schulter, und das Kind, und entließ sie. Und sie ging hinweg und irrte in der Wüste Beer-Scheba umher.

15 Als nun das Wasser aus dem Schlauch zu Ende war, warf sie das Kind unter einen der Sträucher

16 und ging und setzte sich abseits, etwa einen Bogenschuß entfernt, denn sie sprach: «Ich will nicht zusehn, wie das Kind stirbt.» So saß sie abseits; und sie hob ihre Stimme und weinte.

17 Aber Gott hörte die Stimme des Knaben, und ein Bote Gottes rief Hagar vom Himmel zu und sprach zu ihr: «Was ist dir, Hagar? Fürchte nicht, denn Gott hat auf die Stimme des Knaben gehört, dort, wo er ist.

18 Auf, nimm den Knaben, und halte deine Hand fest an ihm, denn zu einem großen Volk will ich ihn machen.»

19 Da tat ihr Gott die Augen auf, und sie sah einen Wasserbrunnen. Und sie ging hin und füllte den Schlauch mit Wasser und gab dem Knaben zu trinken.

20 Und Gott war mit dem Knaben, und er wuchs heran. Und er hielt sich in der Wüste auf und ward ein Bogenschütze.

21 Und er wohnte in der Wüste Paran, und seine Mutter nahm ihm ein Weib aus dem Land Mizraim.

22 Es war nun um jene Zeit, da sprach Abimelech und sein Heeresoberster Pichol zu Abraham: «Gott ist mit dir in allem, was du tust.

23 So schwöre mir nun hier bei Gott, daß du weder an mir noch an meinen Kindern und Enkeln jemals treulos handeln willst. Wie ich dir Liebe erwiesen habe, so mögest du sie auch mir erweisen und dem Land, in dem du als Fremdling geweilt hast.»

24 Da sprach Abraham: «Ich will schwören.»

25 Auch stellte Abraham Abimelech zur Rede wegen des Wasserbrunnens, den die Knechte Abimelechs geraubt hatten.

26 Und Abimelech sprach: «Ich weiß nicht, wer dies getan hat; weder hast du es mir berichtet, noch habe ich etwas davon gehört außer heute.»

27 Da nahm Abraham Schafe und Rinder und gab sie Abimelech, und beide schlossen einen Bund.

28 Abraham aber stellte die sieben Lämmer besonders.

29 Da sprach Abimelech zu Abraham: «Was bedeuten diese sieben Lämmer hier, die du besonders gestellt hast?»

30 Und er sprach: «Weil du die sieben Lämmer von mir annehmen sollst, damit mir das zum Zeugnis diene, daß ich diesen Brunnen gegraben.»

31 Daher nannte man jenen Ort Beer-Scheba, denn dort hatten sie beide geschworen .

32 Und sie schlossen einen Bund in Beer-Scheba, dann machte sich Abimelech und sein Heeresoberster Pichol auf, und sie kehrten in das Land der Pelischtäer zurück.

33 Er aber pflanzte eine Tamariske in Beer-Scheba und rief dort den Namen des Ewigen an, des Gottes der Ewigkeit.

34 Abraham aber hielt sich lange Zeit im Land der Pelischtäer auf.

1 Es war nun nach diesen Dingen, da prüfte Gott Abraham und sprach zu ihm: «Abraham!» Und er sprach: «Hier bin ich!»

2 Da sprach er: «Nimm doch deinen Sohn, den einzigen, den du lieb hast, den Jizhak, und geh in das Land der Weisung und bringe ihn dort zum Hochopfer dar auf einem der Berge, den ich dir nennen werde.»

3 Da stand Abraham des Morgens früh auf, sattelte seinen Esel, nahm seine zwei Burschen mit sich und Jizhak, seinen Sohn, spaltete Holz zum Hochopfer, machte sich auf und zog nach dem Ort, den ihm Gott genannt hatte.

4 Am dritten Tag, da hob Abraham seine Augen und sah den Ort von ferne.

5 Da sprach Abraham zu seinen Burschen: «Bleibt ihr hier mit dem Esel! Ich aber und der Knabe, wir wollen bis dorthin gehen; wir wollen uns niederwerfen und dann zu euch zurückkehren.»

6 Da nahm Abraham das Holz zum Hochopfer und legte es seinem Sohn Jizhak auf und nahm in seine Hand das Feuer und das Schlachtmesser, und sie gingen beide zusammen.

7 Da sprach Jizhak zu seinem Vater Abraham und sagte: «Vater!» Und er sprach: «Hier bin ich, mein Sohn!» Und er sprach: «Hier ist das Feuer und das Holz, wo aber ist das Lamm zum Hochopfer?»

8 Da sprach Abraham: «Gott wird sich das Lamm zum Hochopfer ersehen, mein Sohn!» Und sie gingen beide zusammen.

9 Und sie kamen an den Ort, den ihm Gott genannt hatte, dort baute Abraham den Altar und schichtete das Holz auf und band seinen Sohn Jizhak und legte ihn auf den Altar oben auf das Holz.

10 Und Abraham streckte seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten.

11 Da rief ihm ein Bote des Ewigen vom Himmel zu: «Abraham, Abraham», und er sprach: «Hier bin ich!»

12 Er aber sprach: «Strecke deine Hand nicht aus gegen den Knaben und tu ihm nichts. Denn nun weiß ich, daß du gottesfürchtig bist, da du deinen einzigen Sohn mir nicht verweigert hast.»

13 Da hob Abraham seine Augen und sah: da war ein Widder, der darauf im Gebüsch mit seinen Hörnern sich verfing. Da ging Abraham hin, und nahm den Widder und brachte ihn zum Hochopfer dar statt seines Sohnes.

14 Und Abraham nannte jenen Ort: «Den Ewigen sieht er», wie man heute sagt: «Auf dem Berg des Ewigen wird gesehen.»

15 Und der Bote des Ewigen rief Abraham zum zweiten Mal vom Himmel zu

16 und sprach: «Bei mir habe ich geschworen, ist der Spruch des Ewigen, daß, weil du solches getan und deinen einzigen Sohn nicht geweigert hast,

17 ich dich segnen will und deinen Samen zahlreich machen gleich den Sternen des Himmels und gleich dem Sand am Ufer des Meers, und dein Same soll das Tor seiner Feinde nehmen.

18 Und segnen sollen sich mit deinem Samen alle Völker der Erde, dafür, daß du meiner Stimme gehorcht hast.»

19 Dann kehrte Abraham zu seinen Burschen zurück, und sie machten sich auf und gingen zusammen nach Beer-Scheba. Und Abraham blieb in Beer-Scheba wohnen.

20 Es war nun nach diesen Begebenheiten, da wurde Abraham berichtet: «Auch Milka hat deinem Bruder Nahor Kinder geboren,

21 seinen Erstgeborenen Uz und dessen Bruder Bus, und Kemuël, den Vater Arams.

22 Und Kesed und Haso, Pildasch, Jidlaf und Betuël;

23 Betuël aber zeugte Ribka; diese acht gebar Milka dem Nahor, dem Bruder Abrahams.

24 Und seine Kebse, mit Namen Rëuma, auch sie gebar: Tebah, Gaham, Tahasch und Maacha.»

1 So wurden vollendet der Himmel und die Erde und ihr ganzes Heer.

2 Und Gott vollendete am siebenten Tag sein Werk, das er gemacht, und er ruhte am siebenten Tag von all seinem Werk, das er gemacht.

3 Da segnete Gott den siebenten Tag und heiligte ihn; denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das Gott zu wirken geschaffen.

4 Dies ist die Entstehung des Himmels und der Erde, da sie erschaffen wurden. An dem Tag, da der Ewige, Gott, Erde und Himmel machte,

5 da war noch alles Gesträuch des Feldes nicht auf der Erde, und sproßte alles Kraut des Feldes noch nicht, denn der Ewige, Gott, hatte nicht regnen lassen auf die Erde, und ein Mensch war nicht da, um den Erdboden zu bebauen.

6 Aber ein Quellstrom stieg auf von der Erde und tränkte die ganze Fläche des Erdbodens.

7 Da bildete der Ewige, Gott, den Menschen aus Staub vom Erdboden und hauchte Lebensodem in sein Antlitz; so ward der Mensch ein lebend Wesen.

8 Und der Ewige, Gott, pflanzte einen Garten in Eden gegen Osten und setzte dorthin den Menschen, den er gebildet.

9 Und der Ewige, Gott, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume sprießen, lustsam anzusehn und gut zu essen, und auch den Baum des Lebens im Garten drinnen und den Baum des Wissens um Gut und Böse.

10 Und ein Strom geht aus von Eden, um den Garten zu tränken; und von da aus teilt er sich und wird zu vier Ausläufen.

11 Der Name des einen ist Pischon, er ist es, der das ganze Land Hawila umfließt, wo es das Gold gibt.

12 Das Gold jenes Landes aber ist gut; dort ist auch das Bdelliumharz und der Schohamstein.

13 Und der Name des zweiten Stromes ist Gihon; er ist es, der das ganze Land Kusch umfließt.

14 Und der Name des dritten Stromes ist Hiddekel, er ist es, der östlich von Aschschur fließt; der vierte Strom aber ist der Perat.

15 Dann nahm der Ewige, Gott, den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, daß er ihn bebaue und bewache.

16 Und der Ewige, Gott, gebot dem Menschen und sprach: «Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen;

17 aber vom Baum des Wissens um Gut und Böse, von dem sollst du nicht essen, denn an dem Tag, da du davon ißt, mußt du sterben.»

18 Und der Ewige, Gott, sprach: «Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei, ich will ihm eine Hilfe machen, ihm zur Seite.»

19 Und der Ewige, Gott, bildete aus der Erde alles Getier des Feldes und alles Vogelvolk des Himmels, und brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie nennen würde, und ganz, wie der Mensch es nenne, das lebende Wesen, so sollte dessen Name sein.

20 Da benannte der Mensch Namen für alles Vieh und für das Vogelvolk des Himmels und alles Getier des Feldes; doch für den Menschen fand er keine Hilfe, ihm zur Seite.

21 Da ließ der Ewige, Gott, Betäubung auf den Menschen fallen, daß er schlief; dann nahm er eine von seinen Rippen und umschloß statt ihrer mit Fleisch.

22 Und der Ewige, Gott, baute die Rippe, die er von dem Menschen genommen, zu einem Weib und brachte es zu dem Menschen.

23 Da sprach der Mensch: «Diesmal ist das Bein von meinem Bein Und Fleisch von meinem Fleisch; Die soll Ischscha heißen, Denn vom Isch ward die genommen.»

24 Darum läßt der Mann Vater und Mutter und hangt seinem Weib an, daß sie zu einem Leib werden.

25 Sie waren aber beide nackt, der Mensch und sein Weib, und sie schämten sich nicht.

1 Die Schlange aber war schlauer als alles Getier des Feldes, das der Ewige, Gott, gemacht hatte, und sie sprach zum Weib: «Hat Gott wohl gar gesagt: Eßt nicht von allen Bäumen des Gartens?»

2 Da sprach das Weib zur Schlange: «Von der Frucht der Bäume des Gartens dürfen wir essen,

3 doch von der Frucht des Baumes, der mitten im Garten steht, hat Gott gesagt: Davon sollt ihr nicht essen und ihn nicht berühren, sonst müßt ihr sterben.»

4 Da sprach die Schlange zum Weib: «Nimmermehr werdet ihr sterben.

5 Sondern: Gott weiß, daß am Tag, da ihr davon eßt, euch die Augen aufgehn, und ihr werdet wie Gottwesen, wissend um Gut und Böse.»

6 Da sah das Weib, daß der Baum gut zum Essen, und daß er Reiz für die Augen und lustsam anzusehen; so nahm sie von seiner Frucht und aß, und gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß.

7 Da gingen ihnen beiden die Augen auf, und sie wußten, daß sie nackt waren. Und sie nähten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.

8 Da hörten sie den Hall des Ewigen, Gottes, der beim Tageswind im Garten sich erging; da verbarg sich der Mensch und sein Weib vor dem Ewigen, Gott, unter den Bäumen des Gartens.

9 Aber der Ewige, Gott, rief dem Menschen zu und sprach: «Wo bist du?»

10 Und der sprach: «Deinen Hall habe ich im Garten gehört, da scheute ich mich, weil ich nackt bin; und ich verbarg mich.»

11 Da sprach er: «Wer hat es dir gesagt, daß du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten nicht zu essen?»

12 Da sprach der Mensch: «Das Weib, das du mir zugesellt, sie gab mir von dem Baum, und ich aß.»

13 Da sprach der Ewige, Gott, zu dem Weib: «Was hast du da getan?» Da sprach das Weib: «Die Schlange hat mich verführt, und ich aß.»

14 Da sprach der Ewige, Gott, zur Schlange: «Weil du das getan, Bist du verflucht vor allem Vieh Und vor allem Getier des Feldes! Auf deinem Bauche sollst du kriechen, Und Staub sollst du fressen Alle Tage deines Lebens.

15 Und Feindschaft setze ich Zwischen dir und dem Weib Und zwischen deinem Samen und ihrem; Lauert er dir zu Häupten, Lauerst du ihm zur Ferse.»

16 Zum Weib sprach er: «Viel weite ich dein Schmerzen Und dein Schwangern: In Schmerz gebärst du Kinder. Zu deinem Gatten kehrt dein Hunger, Und er wird dich beherrschen.»

17 Und zum Menschen sprach er: «Weil du auf deines Weibes Stimme gehört und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir geboten: Iß nicht davon, ist verflucht der Boden um deinetwillen; In Mühsal sollst du von ihm essen Alle Tage deines Lebens.

18 Und Dorn und Distel lasse er dir sprießen, Das Kraut des Feldes sollst du essen.

19 Im Schweiß von deinem Antlitz ißt du Brot, Bis du zum Boden wiederkehrst, Denn von ihm bist du genommen. Denn Staub bist du, Und kehrst zum Staub zurück.»

20 Da nannte der Mensch sein Weib Hawwa, denn sie war die Mutter alles Lebenden .

21 Und der Ewige, Gott, machte dem Menschen und seinem Weib Röcke aus Fell und bekleidete sie.

22 Da sprach der Ewige, Gott: «Nun ist der Mensch geworden wie einer von uns, wissend um Gut und Böse; und daß er jetzt nicht seine Hand ausstreckt und auch vom Baum des Lebens nimmt und ißt und dann ewig lebt!»

23 Da jagte der Ewige, Gott, ihn hinweg aus dem Garten Eden, daß er den Erdboden bebaue, aus dem er genommen.

24 Und er vertrieb den Menschen und ließ östlich vom Garten Eden die Kerubim lagern und die Flamme des kreisenden Schwertes, um den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen.

1 Der Mensch aber erkannte Hawwa, sein Weib; und sie ward schwanger und gebar Kain, und sie sprach: «Ich habe einen Mann geschaffen mit dem Ewigen!»

2 Und sie gebar abermals, seinen Bruder, den Hebel. Und Hebel war ein Schafhirt, Kain aber war ein Ackerbauer.

3 Und es war nach Ablauf einer Zeit, da brachte Kain von der Frucht des Bodens dem Ewigen eine Gabe dar.

4 Und Hebel brachte, auch er, von den Erstlingen seiner Schafe und von ihren fettesten. Da wandte sich der Ewige zu Hebel und zu seiner Gabe,

5 zu Kain aber und zu seiner Gabe wandte er sich nicht. Und es verdroß Kain sehr, und sein Antlitz sank.

6 Da sprach der Ewige zu Kain: «Warum verdrießt es dich? Und warum ist dein Angesicht gesenkt?

7 Ob du das beßre Teil erhältst, 7. Ob nicht das beßre – Zur Tür hin, Sünde, kauernd, Muß doch zu dir sein Hunger, Und du wirst ihn beherrschen.»

8 Nun sprach Kain zu seinem Bruder Hebel. Es war nun, als sie auf dem Feld waren, da erhob sich Kain wider seinen Bruder Hebel und erschlug ihn.

9 Da sprach der Ewige zu Kain: «Wo ist dein Bruder Hebel?» Der aber sprach: «Ich weiß es nicht. Bin ich meines Bruders Hüter?»

10 Da sprach er: «Was hast du getan? Horch, deines Bruders Blut schreit auf zu mir Vom Ackerboden.

11 Und nun: Verflucht bist du, Fort von dem Ackerboden, Der seinen Mund geöffnet, Um deines Bruders Blut von deiner Hand zu nehmen.

12 Wenn du den Boden baust, Wird er dir fortan seine Kraft nicht geben; Und schweifend, flüchtig wirst du sein auf Erden.»

13 Da sprach Kain zum Ewigen: «Zu groß ist meine Schuld zum Tragen!

14 Hast du mich heute ja vom Ackerboden fortgetrieben, vor deinem Angesicht muß ich mich bergen, schweifend und flüchtig soll ich sein auf Erden – und so wird jeder, der mich findet, mich erschlagen.»

15 Da sprach der Ewige zu ihm: «So soll denn, wer immer Kain erschlägt, siebenfältige Rache leiden.» Und der Ewige setzte Kain ein (Wunder-)Zeichen, daß ihn nicht erschlagen wird, wer immer ihn fände.

16 Dann ging Kain hinweg von dem Angesicht des Ewigen, und ließ sich nieder im Land Nod, östlich von Eden.

17 Und Kain erkannte sein Weib, und sie ward schwanger und gebar den Hanoch. Und er baute da eine Stadt und benannte die Stadt nach dem Namen seines Sohnes Hanoch.

18 Dem Hanoch aber wurde Irad geboren. Und Irad zeugte Mehujaël, und Mehujaël zeugte Metuschaël und Metuschaël zeugte Lemech.

19 Und Lemech nahm sich zwei Frauen; der Name der einen war Ada, und der der anderen Zilla.

20 Und Ada gebar den Jabal; dieser war der Vater derer, die im Zelt und beim Vieh weilen.

21 Und der Name seines Bruders war Jubal, er wurde der Vater aller Zither- und Flötenspieler.

22 Und Zilla gebar, auch sie, den Tubal-Kain, einen Schmied, vor allen, die Erz und Eisen bearbeiteten. Und die Schwester Tubal-Kains war Naama.

23 Und Lemech sprach zu seinen Frauen: «Ada und Zilla, hört meine Stimme, Ihr Frauen Lemechs, vernehmt meinen Spruch! Denn einen Mann erschlug ich für meine Wunde, Und einen Knaben für meine Strieme.

24 Wird Kain siebenfach gerächt, So Lemech siebenundsiebzigfach.»

25 Und Adam erkannte abermals sein Weib, und sie gebar einen Sohn und nannte ihn Schet; denn: «Gott hat mir anderen Samen gesetzt statt Hebels, weil Kain ihn erschlagen.»

26 Und Schet, auch ihm wurde ein Sohn geboren, und er nannte seinen Namen Enosch. Damals fing man an, den Namen des Ewigen anzurufen.

1 Dies ist die Schrift von den Nachkommen Adams. Am Tag, da Gott den Menschen erschuf, machte er ihn in der Gestalt Gottes.

2 Männlich und weiblich schuf er sie, und er segnete sie und nannte ihren Namen «Mensch », am Tag, da sie geschaffen wurden.

3 Dann lebte Adam hundertdreißig Jahre, da zeugte er in seiner Gestalt, nach seinem Bild, und er nannte seinen Namen Schet.

4 Dann waren die Tage Adams, nachdem er Schet gezeugt hatte, achthundert Jahre; und er zeugte Söhne und Töchter.

5 So waren alle Tage Adams, die er lebte, neunhundertdreißig Jahre, dann starb er.

6 Und Schet lebte hundertfünf Jahre, da zeugte er Enosch.

7 Dann lebte Schet, nachdem er Enosch gezeugt hatte, achthundertsieben Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

8 So waren alle Tage Schets neunhundertzwölf Jahre, dann starb er.

9 Und Enosch lebte neunzig Jahre, da zeugte er Kenan.

10 Dann lebte Enosch, nachdem er Kenan gezeugt hatte, achthundertfünfzehn Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

11 So waren alle Tage Enoschs neunhundertfünf Jahre, dann starb er.

12 Und Kenan lebte siebzig Jahre, da zeugte er Mahalal’el.

13 Dann lebte Kenan, nachdem er Mahalal’el gezeugt hatte, achthundertvierzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

14 So waren alle Tage Kenans neunhundertzehn Jahre, dann starb er.

15 Und Mahalal’el lebte fünfundsechzig Jahre, da zeugte er Jered.

16 Dann lebte Mahalal’el, nachdem er Jered gezeugt hatte, achthundertdreißig Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

17 So waren alle Tage Mahalal’els achthundertfünfundneunzig Jahre, dann starb er.

18 Und Jered lebte hundertzweiundsechzig Jahre, da zeugte er Hanoch.

19 Dann lebte Jered, nachdem er Hanoch gezeugt hatte, achthundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

20 So waren alle Tage Jereds neunhundertzweiundsechzig Jahre, dann starb er.

21 Und Hanoch lebte fünfundsechzig Jahre, da zeugte er Metuschelah.

22 Dann wandelte Hanoch, nachdem er Metuschelah gezeugt hatte, mit Gott dreihundert Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

23 So waren alle Tage Hanochs dreihundertfünfundsechzig Jahre.

24 Und Hanoch wandelte mit Gott, und da war er nicht mehr, denn Gott hatte ihn hinweggenommen.

25 Und Metuschelah lebte hundertsiebenundachtzig Jahre, da zeugte er Lemech.

26 Dann lebte Metuschelah, nachdem er Lemech gezeugt hatte, siebenhundertzweiundachtzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

27 So waren alle Tage Metuschelahs neunhundertneunundsechzig Jahre, dann starb er.

28 Und Lemech lebte hundertzweiundachtzig Jahre, dann zeugte er einen Sohn.

29 Und er nannte seinen Namen Noah, besagend: «Dieser wird uns trösten bei unsrer Arbeit und der Mühsal unsrer Hände vom Ackerboden, den der Ewige verflucht hat.»

30 Dann lebte Lemech, nachdem er Noah gezeugt hatte, fünfhundertfünfundneunzig Jahre und zeugte Söhne und Töchter.

31 So waren alle Tage Lemechs siebenhundertsiebenundsiebzig Jahre, dann starb er.

32 Und Noah war fünfhundert Jahre alt, da zeugte er Schem, Ham und Jefet.

1
2.Kön 4:1
Und ein Weib von den Frauen der jungen Gottbegeisteten schrie zu Elischa und rief: «Dein Knecht, mein Mann, ist gestorben – und du weißt, daß dein Knecht den Ewigen fürchtete – nun ist der Schuldherr gekommen, sich meine beiden Söhne zu Sklaven zu holen.»

2 Da sprach zu ihr Elischa: «Was soll ich für dich tun, sag mir an, was hast du im Haus?» Da sagte sie: «Deine Magd hat nichts im Haus als eine Salbflasche Öl.»

3 Da sprach er: «Geh, leih dir Gefäße von auswärts, von allen deinen Nachbarn, leere Gefäße, nimm nicht wenige;

4 dann geh heim und schließe die Tür hinter dir und hinter deinen Söhnen, und gieße in alle diese Gefäße, und das Volle rücke ab.»

5 Da ging sie von ihm und schloß die Tür hinter sich und ihren Söhnen; die reichten ihr zu und sie goß ein.

6 Da war es nun, als die Gefäße voll waren, und sie zu ihren Söhnen sprach: «Reich mir noch ein Gefäß», da sprach er zu ihr: «Es ist kein Gefäß mehr da», da hielt das Öl ein.

7 Dann kam sie und meldete es dem Gottesmann. Da sprach er: «Geh, verkaufe das Öl und zahle deine Schuld, und du mit deinen Söhnen lebe von dem Übrigen.»

8 Es war nun eines Tages, da kam Elischa nach Schunem hinüber. Dort aber war eine reiche Frau, die hielt ihn an, Brot zu essen. Und es war, sooft er hinüberkam, kehrte er dort ein, um Brot zu essen.

9 Nun sprach sie zu ihrem Mann: «Sieh doch, ich weiß, daß es ein heiliger Gottesmann ist, der immer zu uns herüberkommt.

10 Laß uns ein kleines gemauertes Obergemach machen und dort für ihn Bett, Tisch, Stuhl und Leuchter hinsetzen, so daß er, wenn er zu uns kommt, dort einkehrt.»

11 Da war es eines Tages, daß er dort hinkam, in das Obergemach einkehrte und sich dort hinlegte.

12 Und er sprach zu Gehasi, seinem Burschen: «Rufe diese Schunammitin!» Der rief sie, und sie stand vor ihm.

13 Und er sprach zu ihm: «Sag ihr doch: Sieh, du hast dir für uns all diese Unruhe gemacht; was wäre für dich zu tun? Wäre für dich zum König zu reden oder zum Heeresobersten?» Sie aber sprach: «Inmitten meiner Sippe wohne ich.»

14 Da sprach er: «Was also wäre für sie zu tun?» Da sprach Gehasi: «Aber einen Sohn hat sie nicht, und ihr Mann ist alt.»

15 Da sprach er: «Rufe sie!» Und er rief sie, und sie blieb im Eingang stehen.

16 Und er sprach: «Zu dieser Frist, von nun übers Jahr, wirst du einen Sohn herzen.» Da sprach sie: «Nicht doch, mein Herr, o Gottesmann, belüge deine Magd nicht!»

17 Das Weib aber ward schwanger und gebar einen Sohn, zu dieser Frist, von da übers Jahr, wie Elischa zu ihr geredet hatte.

18 Und das Kind wuchs heran, und da war es eines Tages, daß er zu seinem Vater, zu den Schnittern hinausging.

19 Da sprach er zu seinem Vater: «Mein Kopf, mein Kopf!» Der sprach zu einem Burschen: «Trag ihn zu seiner Mutter.»

20 Da trug er ihn und brachte ihn zu seiner Mutter; und er saß auf ihren Knien bis zum Mittag, dann starb er.

21 Und sie stieg hinauf, legte ihn auf das Bett des Gottesmannes, schloß die Tür hinter ihm und ging hinaus.

22 Und sie rief ihren Mann und sprach: «Schick mir doch einen von den Burschen und eine von den Eselinnen, daß ich zu dem Gottesmann eile und dann wiederkomme.»

23 Da sprach er: «Warum gehst du heute zu ihm, wo nicht Neumond ist noch Sabbat?» Da sprach sie: «Friede ists!»

24 Und sie sattelte die Eselin und sprach zu ihrem Burschen: «Treib los und laß mich nicht im Reiten halten, wenn ich dirs nicht sage.»

25 So ging sie und kam zu dem Gottesmann, an den Berg Karmel. Es war aber, als der Gottesmann sie von weitem sah, da sprach er zu seinem Burschen Gehasi: «Sieh da jene Schunammitin!

26 Nun, lauf ihr doch entgegen und sag ihr: Geht es dir wohl, gehts deinem Mann wohl, gehts dem Kind wohl?» Und sie sprach: «Wohl!»

27 Als sie aber zu dem Gottesmann an den Berg gekommen war, faßte sie seine Füße; da trat Gehasi heran, um sie fortzustoßen. Da sprach der Gottesmann: «Laß sie! Denn ihr Gemüt ist ihr bitter, und der Ewige hat es mir verhüllt und mir nicht kundgetan.»

28 Da sprach sie: «Hab ich einen Sohn von meinem Herrn erbeten? Hab ich nicht gesprochen: Täusche mich nicht!»

29 Da sprach er zu Gehasi: «Gürte deine Lenden, nimm meinen Stab in deine Hand und geh! Triffst du jemand, grüß ihn nicht, und grüßt dich jemand, antworte ihm nicht. Und lege meinen Stab auf das Gesicht des Knaben.»

30 Da sprach die Mutter des Knaben: «Es lebt der Ewige – und Leben deiner Seele! Ob ich dich verlasse!» Da machte er sich auf und ging ihr nach.

31 Gehasi aber war ihnen vorangegangen und hatte den Stab auf das Gesicht des Knaben gelegt; aber: Kein Laut, kein Lausch! So kehrte er zurück, ihm entgegen, berichtete ihm und sagte: «Der Knabe ist nicht erwacht.»

32 Da ging Elischa in das Haus, und sieh, da war der Knabe, tot, hingelegt auf sein Bett.

33 Da ging er und schloß die Tür hinter ihnen beiden und betete zum Ewigen.

34 Dann stieg er hinauf und legte sich auf das Kind, tat seinen Mund auf dessen Mund, seine Augen auf dessen Augen und seine Hände auf dessen Hände, und beugte sich über ihn, da wurde des Kindes Leib warm.

35 Dann ging er wieder im Haus einmal hin und einmal her, stieg wieder hinauf, beugte sich über ihn und preßte den Knaben bis zu sieben Malen. Da öffnete der Knabe seine Augen.

36 Dann rief er Gehasi und sprach: «Ruf diese Schunammitin!» Und er rief sie und sie kam zu ihm. Und er sprach: «Nimm deinen Sohn auf!»

37 Da kam sie heran, fiel ihm zu Füßen und warf sich zur Erde, dann nahm sie ihren Sohn auf und ging hinaus.

1 Und nun so spricht der Ewige dein Schöpfer, Jaakob dein Bildner, Jisraël: Nicht fürchte denn ich löse dich ich rufe dich bei Namen mein bist du!

2 Wenn du durch Wasser schreitest bin ich bei dir; und durch die Ströme daß sie dich nicht verfluten; gehst du durch Feuer wirst du nicht gebrannt und Flamme sengt dich nicht.

3 Denn ich, der Ewge, bin dein Gott der Heilge Jisraëls dein Retter; ich geb Mizraim hin als deine Lösung und Kusch, Seba an deiner Statt.

4 Weil teuer du in meinen Augen geehrt, und ich dich liebe so geb ich Menschen hin an deiner Statt und Völker für dein Leben.

5 Nicht fürchte! Denn mit dir bin ich. Vom Osten bring ich deinen Samen und aus dem Westen hol ich dich zusammen;

6 ich sprech zum Norden: Gib! Zum Süden: Halte nicht zurück! Laß meine Söhne kommen aus der Ferne und meine Töchter von der Erde Ende

7 allwas mit meinem Namen sich benennt. Zu meiner Ehre hab ich es geschaffen gebildet, ja gemacht.

8 Hervor das Volk blind, hats auch Augen taub, haben sie auch Ohren:

9 Die Völker alle sind versammelt vereinet die Nationen; wer unter ihnen tat dies kund ließ Früheres uns hören? Laßt ihre Zeugen sie gestellen und sich bewähren auf daß man sage: ,Wahr ists!’

10 Ihr seid mir Zeugen ist des Ewgen Spruch und Knecht mein, den ich auserwählt daß ihr erkennet und mir glaubt einseht, daß ich es bin; vor mir war nie ein Gott gebildet und nach mir wird da keiner sein.

11 Ich, ich bin es, der Ewige und außer mir kein Retter.

26 IN dem sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt von Galiläa gesandt, namens Nazareth,

27 zu einer Jungfrau, die verlobt war mit einem Manne namens Joseph, aus dem Hause Davids; und der Name der Jungfrau war Maria.

28 Und da der Engel zu ihr kam, sprach er: «Sei gegrüßt, Begnadigte, der Herr mit dir! Gesegnet bist du unter Weibern!»

29 Sie aber wurde über das Wort bestürzt, und sie überlegte, was dies doch für ein Gruß sei.

30 Und der Engel sprach zu ihr: «Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast Gnade bei Gott gefunden!

31 Und siehe, du wirst empfangen und einen Sohn gebären, und du wirst Seinen Namen Jesus nennen!

32 Er wird groß sein und ein Sohn des Allerhöchsten genannt werden; und der Herr, Gott, wird Ihm geben den Thron Davids, Seines Vaters!

33 Und Er wird königlich herrschen über das Haus Jakobs bis in Ewigkeit, und Seine Königsherrschaft wird kein Ende haben!»

34 Maria aber sprach zu dem Engel: «Wie wird dies sein; denn einen Mann habe ich nicht erkannt?»

35 Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: «Heiliger Geist wird über dich kommen, und Kraft des Allerhöchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das gezeugt wird, Gottes Sohn genannt werden!

36 Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, auch sie hat einen Sohn empfangen in ihrem Alter, und dieser ist der sechste Monat für sie, die die Unfruchtbare heißt!

37 Denn bei Gott ist kein Ausspruch unmöglich!»

38 Maria aber sprach: «Siehe, des Herrn Magd! Es geschehe mir nach deiner Rede!» Und der Engel schied von ihr.

36 WÄHREND sie aber dieses redeten, stand Er in ihrer Mitte, und Er sprach zu ihnen: «Friede euch!»

37 Sie aber erschraken und gerieten in Furcht, sie meinten, einen Geist zu schauen!

38 Und Er sprach zu ihnen: «Warum seid ihr bestürzt, und warum steigen Zweifel in euren Herzen auf?

39 Seht Meine Hände und Meine Füße, denn Ich, Ich bin es Selbst! Betastet Mich und seht; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Gebein, wie ihr seht, daß Ich es habe!»

40 Und da Er dieses gesagt hatte, zeigte Er ihnen die Hände und die Füße.

41 Da sie aber noch ungläubig waren vor Freude und sich verwunderten, sprach Er zu ihnen: «Habt ihr etwas zu essen hier?»

42 Sie reichten Ihm aber einen gebratenen Fisch und einen Teil von einer Honigscheibe.

43 Und Er nahm und aß es vor ihren Augen.

44 Er sprach aber zu ihnen: «Das sind die Worte, die Ich zu euch redete, als Ich bei euch war; denn sie müssen alle erfüllt werden, die geschrieben sind im Gesetze des Moseh und in den Propheten und in den Psalmen von Mir!»

45 Dann öffnete Er ihnen den Sinn, um die Schriften zu verstehen,

46 und Er sprach zu ihnen: «Also steht geschrieben, daß der Christus leiden muß und am dritten Tage auferstehen werde aus Toten,

47 und daß verkündigt werde auf Seinen Namen die Sinnesänderung zur Vergebung der Sünden unter allen Heiden, anfangend von Jerusalem.

48 Ihr seid davon Zeugen!

49 Und siehe, Ich sende die Verheißung Meines Vaters auf euch, ihr aber verbleibt in der Stadt, bis daß ihr angezogen worden seid mit Kraft aus der Höhe!»

50 UND Er führte sie hinaus bis nach Bethanien, und Er hob Seine Hände auf und segnete sie!

51 Und es geschah, während Er sie segnete, schied Er von ihnen, und Er wurde in den Himmel emporgetragen.

52 Und sie beteten Ihn an, und sie kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude.

53 Und sie waren allezeit im Tempel, und sie priesen Gott

15 WELCHER ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung!

16 Denn in Ihm ist das Gesamte erschaffen worden in den Himmeln und auf der Erde, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften, es seien Fürstentümer oder Gewalten; das Gesamte ist durch Ihn und zu Ihm hin erschaffen worden.

17 Und Er ist vor allem, und das Gesamte besteht in Ihm.

1 VIELTEILIG und vielartig hat Gott vor alter Zeit zu den Vätern in den Propheten geredet;

2 am Ende dieser Tage hat Er zu uns im Sohne geredet, welchen Er zum Erben von allem eingesetzt hat, durch den Er auch die Weltzeiten gemacht hat;

3 welcher, der da ist Ausstrahlung der Herrlichkeit und Charakter Seines Wesens, der da auch trägt die Gesamtheiten mit dem Ausspruche Seiner Macht; nachdem die Reinigung der Sünden vollbracht, hat Er Sich gesetzt zur Rechten der Majestät in den Höhen.

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