Sukkot Predigt – 2018

Wir haben schon so oft gesagt, dass Sukkot ein sehr freudiges Fest ist – einerseits. Andererseits ein sehr helles Fest und ich möchte euch sagen: Das ist eines meiner Lieblingsfeste! Denn es hat den Anschein, dass all der Alltag, all die Aufregung und all die Probleme, die auch verbunden waren mit Rosh HaShana, dass die alle schon weg sind und was uns bleibt, ist nur in die Sukka einzutreten, lecker zu essen und sich hinzulegen.

Und in einer Woche haben wir Simcha Torah – wir werden 1. Mose 1 öffnen und alles fängt von vorne an. Sukkot, das ist ein sehr freundliches, ein sehr warmes Fest aber wir wissen auch, dass Sukkot nicht ohne den Yom Kippur existieren kann.

Und Yom Kippur kann es auch nicht ohne Yom Teruah geben. Und auch nicht ohne Shavuot und natürlich auch nicht ohne Pessach. Das sind diese Feste, die uns führen und uns Yeshua zeigen.

Und deshalb halte ich es für richtig, wenn wir heute etwas über Yeshua sprechen – über das, was er uns gesagt hat und zu wem er gesprochen hat. Wie oft habt ihr schon das Gleichnis von dem Sämann gelesen? Wie oft habt ihr schon Predigten darüber gehört? Ich glaube, es ist das beliebteste Gleichnis, das man in Gemeinden hört.

Dieses Gleichnis ist in drei der Evangelien aufgeschrieben. Und generell ist es so, dass sich die Ereignisse in diesen Evangelien natürlich auch gleichen. Und in jedem dieser Evangelien gibt es eine Variante von diesem Gleichnis von dem Sämann: Matthäus 13, Markus 4 und Lukas 8. Und oft achten wir eben auf diesen Grundboden, auf den der Same fallen soll. Und wir richten einander auf, dass wir auch so einen guten Erdboden in unserem Herzen haben müssen – und natürlich ist das richtig. Aber lasst uns erst einmal damit anfangen, wie Yeshua dieses Gleichnis einleitet – und dann kommen wir auch noch zu unseren Herzen.

Lasst uns Matthäus 13 öffnen und wir lesen von Vers 3 an:

„Und er redete zu ihnen vieles in Gleichnissen und sprach: Siehe, der Sämann ging aus, um zu säen.

Und als er säte, fiel etliches an den Weg, und die Vögel kamen und fraßen es auf.

Anderes aber fiel auf den felsigen Boden, wo es nicht viel Erde hatte; und es ging sogleich auf, weil es keine tiefe Erde hatte.

Als aber die Sonne aufging, wurde es verbrannt, und weil es keine Wurzel hatte, verdorrte es.

Anderes aber fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen auf und erstickten es.

Anderes aber fiel auf das gute Erdreich und brachte Frucht, etliches hundertfältig, etliches sechzigfältig und etliches dreißigfältig.

Wer Ohren hat zu hören, der höre!

Da traten die Jünger herzu und sprachen zu ihm: Warum redest du in Gleichnissen mit ihnen?

Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Weil es euch gegeben ist, die Geheimnisse des Reiches der Himmel zu verstehen; jenen aber ist es nicht gegeben.

Denn wer hat, dem wird gegeben werden, und er wird Überfluss haben; wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er hat.

Darum rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie sehen und doch nicht sehen und hören und doch nicht hören und nicht verstehen;

Und es wird an ihnen die Weissagung des Jesaja erfüllt, welche lautet: »Mit den Ohren werdet ihr hören und nicht verstehen, und mit den Augen werdet ihr sehen und nicht erkennen!

Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt, und mit den Ohren hören sie schwer, und ihre Augen haben sie verschlossen, dass sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile.«

Aber glückselig sind eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören!

Denn wahrlich, ich sage euch: Viele Propheten und Gerechte haben zu sehen begehrt, was ihr seht, und haben es nicht gesehen, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.“

Und der interessanteste Vers ist Vers 17 – und wie gesagt, ihr kennt dieses Gleichnis sehr gut. Deshalb hat mich besonders Vers 17 gefesselt, in dem Yeshua sagt: “Denn wahrlich ich sage euch, viele Propheten und Gerechte haben zu sehen begehrt, was ihr jetzt seht und haben es nicht gesehen und sie haben begehrt zu hören, was ihr hört und sie haben es nicht gehört.“ Es ist ein sehr wichtiger Vers, denn als hier Yeshua das gesagt hat, hat er gesagt Amen, ich sage euch. Und es hat den Anschein, dass hier Yeshua etwas Wichtiges sagen möchte. Dem Text nach zu urteilen, möchte er allerdings nur das Gleichnis kommentieren. Bevor er anfängt dieses Gleichnis zu deuten, sagt er, dass viele Propheten und Gerechte das sehen wollten und das hören wollten, was diese Leute gerade sehen und hören.

Und Yeshua spricht hier nicht von etwas Allgemeinem oder worüber er schon gesprochen hat oder noch sprechen wird. Sondern er spricht konkret von der Deutung dieses Gleichnisses. Und was wollte der Mashiach hier sagen, was die Propheten und Gerechten hier hören wollten – aber nicht gehört haben?

Was wussten zu 100 % die Propheten und die Gerechten? In der Thora steht im 5. Buch Mose Kapitel 11, Vers 18 folgendes: “So nehmt euch nun diese meine Worte zu Herzen und in eure Seelen und bindet sie zum Zeichen auf eure Hand und sie sollen zum Erinnerungszeichen über euren Augen sein.“

Als Gott den Bund abgeschlossen hatte, hat Er befohlen, dass die Menschen Sein Gesetz in ihr Herz hinein legen. Versteht ihr, was passiert? Gott hat Moshe das Wort gegeben, dieser hat dieses Wort dem Volk gegeben und Gott spricht zu dem Volk: „Legt dieses Wort in euer Herz und in eure Seele.“ Es ist klar und verständlich. Aber lasst uns noch einmal zurückkehren, zu dem, was Yeshua gesagt hat: „Viele Propheten und Gerechte haben begehrt zu sehen, was ihr seht und sie haben es nicht gesehen. Und sie haben begehrt zu hören, was ihr hört, und sie haben es nicht gehört.“ Yeshua erwähnt hier die Propheten – vielleicht liegt da der Schlüssel zu dem was Er sagt?

Und wenn wir in dem Buch Jeremia lesen in Kapitel 31 Vers 31 bis Vers 33: „Siehe, es kommen Tage, spricht der Herr, da ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Judah einen neuen Bund schließen werde; nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern schloss an dem Tag, da ich sie bei der Hand ergriff, um sie aus dem Land Ägypten herauszuführen; denn sie haben meinen Bund gebrochen, obwohl ich doch ihr Eheherr war, spricht der Herr. Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel nach jenen Tagen schließen werde, spricht der Herr: Ich will mein Gesetz in ihr Innerstes hineinlegen und es auf ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.“

Seht ihr dort den Unterschied? Als er vom neuen Bund spricht, ändert Gott den Vertrag, wie man den Bund abschließt. Früher mussten die Menschen einfach nur das Wort in ihr Herz legen, wie wir es im 5. Buch Mose gelesen haben. Und hier sagt Er: ICH werde das Wort Eure Herzen hinein legen. Das ist also das, worauf die Propheten und die Gerechten so lange gewartet haben! Das ist das, was sie sehen wollten, aber nicht gesehen haben. Das ist das, was sie hören wollten, aber nicht hören konnten. Und wahrscheinlich haben sie alle es nicht geschafft das zu hören.

Und Yeshua spricht das an, am Anfang von der Deutung dieses Gleichnisses, dass er sich zu seinen Jüngern wendet, und eigentlich zu jedem von uns: Ihr seid die, zu denen ich selbst die Thora in eure Herzen legen werde.

In der Thora steht geschrieben, dass ein neuer Prophet kommen wird, der für neue Dinge kommen wird, um diesen neuen Bund zu erfüllen. Und das wird Gott selbst sein – der kommen wird, der unter uns sein wird und es wird der sein, der selbst die Torah in unsere Herzen legen wird. Und dieses Wort ist in Erfüllung gegangen. Wir können uns freuen, wir wissen es, wir verstehen es. Aber die Juden zu der Zeit – nicht alle konnten das sehen oder erfassen. Und nun lasst uns die Deutung an sich lesen zu dem Gleichnis in Matthäus ab Vers 18 an:

„So hört nun ihr das Gleichnis vom Sämann:

Sooft jemand das Wort vom Reich hört und nicht versteht, kommt der Böse und raubt das, was in sein Herz gesät ist. Das ist der, bei dem es an den Weg gestreut war.

Auf den felsigen Boden gestreut aber ist es bei dem, der das Wort hört und sogleich mit Freuden aufnimmt; er hat aber keine Wurzel in sich, sondern ist wetterwendisch. Wenn nun Bedrängnis oder Verfolgung entsteht um des Wortes willen, so nimmt er sogleich Anstoß.

Unter die Dornen gesät aber ist es bei dem, der das Wort hört, aber die Sorge dieser Weltzeit und der Betrug des Reichtums ersticken das Wort, und es wird unfruchtbar.

Auf das gute Erdreich gesät aber ist es bei dem, der das Wort hört und versteht; der bringt dann auch Frucht, und der eine trägt hundertfältig, ein anderer sechzigfältig, ein dritter dreißigfältig.“

Vier Samen. Vier Erdreiche. Vier Reaktionen. Erinnert euch das nicht an etwas? Was habe ich in meinen Händen? Wer weiß was das ist? Es ist der Lulav. Für die, die es nicht wissen: Die Lehrer der Thora haben diese Pflanzen Arba Minim genannt. Ein Etrog, das ist eine Citrusfrucht, Hadassim, also Myrte, Lulav, das ist ein Palmenzweig und Arawot, also Weiden.

Die Weisen haben gesagt, dass jeder diese vier Pflanzenarten eine bestimmte Menschenart innerhalb des Judentums symbolisiert. Der Etrog, der riecht und auch Geschmack hat, das sind die Menschen, die die Torah lesen und auch erfüllen. Die Palme symbolisiert, weil sie eben Frucht trägt, aber nicht riecht, Menschen, die die die Torah lesen, aber nicht nach ihr leben. Die Myrte ist eine Pflanze die keine Frucht trägt aber einen Geruch hat. Das symbolisiert Menschen, die gute Taten tun. Und die Weiden, die weder Frucht noch Aroma haben, das sind die Menschen, die weder die Torah kennen, noch nach ihren Gesetzen leben.

Und alles zusammen ist ein Volk Israel. Gott hat alles zusammen geführt zu einem Volk. Und das ist auch das, was Yeshua sagt in seinem Gleichnis.

Und wer von euch wäre bereit, von sich zu behaupten, er sei ein Etrog? Dass er die Torah kennt, und nach allen Geboten lebt? Und als ich mir selbst diese Frage gestellt habe, habe ich mich entschieden zu sagen, dass ich wahrscheinlich kein Etrog bin. Ich bin auch ein bisschen Palme, ein bisschen Myrte und auch sehr viel von der Weide ist drin. Aber es gibt das Wort Gottes. Es gibt Yeshua, der in diese Welt gekommen ist, um die Torah in unsere Herzen zu legen. Und damit wir alle zusammen um Entschuldigung bitten können, dass wir uns verändern und alle Frucht tragen können. Das ist unser Ziel! Und das ist das, wonach wir streben sollten. Natürlich wissen wir, dass es in der Welt sehr viele Menschen gibt, die die Torah nicht lesen, die auch keine guten Taten tun, Weiden. Und ich habe einen Kommentar gelesen, der die Weiden kommentiert. Zum ersten symbolisiert die Weide unser Leben, wenn wir keine Kenntnisse der Torah haben, und diese auch nicht befolgen. Dabei aber sind die Blätter der Weide so aufgebaut, dass Sie unseren Mund nachahmen, unsere Lippen.

Und sogar die, welche nicht die Torah kennen und auch nicht danach leben, sogar die haben eine Möglichkeit: Sie haben den Mund, um den Herrn anzubeten, um ihn zu bitten, Sie aufzunehmen. Und natürlich ist der Etrog die Mitte von dem Lulav und meiner Meinung nach symbolisiert der Etrog Yeshua. Nur Er verfügt über den vollkommenen Geschmack und den vollkommenen Geruch. Nur Er ist vollkommen in den Augen des Herrn. Und deswegen befindet er sich in der anderen Hand. Und obwohl er etwas abgetrennt ist vom Rest, ist er ein Teil des Lulav. Das symbolisiert unsere Einheit, unsere Einheit mit Yeshua – und durch ihn auch mit dem Herrn selbst.

Deswegen, wenn die Juden beten, verbinden sie beide Teile. Denn das ist der Sinn und das ist dieses Symbol, welches uns zu einer Einheit verbindet.

 

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