Alles nur Fassade?!

Ich kenne deine Werke, dass du den Namen hast, dass du lebst, und bist tot. (Offb 3:1)

Merkwürdig. Obwohl Johannes auf alle zwölf Klingelknöpfe gedrückt hat, gibt es keine einzige Reaktion. Etwas ratlos steht er vor dem mehrstöckigen Gebäude. Also wirft er lediglich einige Einladungszettel für die bevorstehende Evangelisation in die Briefschlitze.

„Hier brauchen Sie nichts einzuwerfen. Da wohnt niemand“, meint eine Passantin. Wie bitte? Kann gar nicht sein. Die Namen stehen ja auch noch an den Postkästen. Als er den Straßenzug weitergeht, schaut er in die Seitengasse. Und richtig: das gesamte Hinterhaus ist abgerissen. Nur die erhaltenswerte Fassade ließ man, gut durch Stahlträger gestützt, stehen. Die Namen prangen zwar noch in Messing an der Tür, aber es ist nichts dahinter. So steht es auch mit manchem „Christen“ bzw. „Messianischem Juden“. Laut Eintrag im Stammbuch oder einer Gemeindeliste gehört man zu Jeschuas Gemeinde. Man hält auch manche messianischen bzw. christlichen Tugenden aufrecht, weil man sie für ein zivilisiertes Zusammenleben unerlässlich findet, aber damit ist auch schon genug.

Jeschua sagt, dass Ihm unser Innenleben und unser Verhalten nicht verborgen ist: „Ich kenne deine Werke.“ Er entlarvt Scheinheiligkeit mitunter drastisch: „Ihr gleicht übertünchten Gräbern, die von außen zwar schön scheinen, inwendig aber voll von Totengebeinen und Unreinigkeit sind. So scheint auch ihr von außen zwar gerecht vor den Menschen, von innen aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzlosigkeit“ (Matthäus 23:27). Der Herr Jeschua durchschaut das Schauspiel. Wir Menschen sehen nur, was vor Augen ist, aber der Herr sieht auf das Herz. „Aber der HERR sprach zu Samuel: Sieh nicht auf sein Aussehen und auf seinen hohen Wuchs! Denn ich habe ihn verworfen. Denn nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Denn der Mensch sieht auf das, was vor Augen ist, aber der HERR sieht auf das Herz.“ (1. Samuel 16:7)

Wie sieht es bei Dir und bei mir aus, wenn wir uns ehrlich untersuchen? Der Herr Jeschua lädt uns ein, unsere Erbärmlichkeit, Fehler und Sünden nicht hinter einer Fassade zu verbergen, sondern sie Ihm zu offenbaren und sein Erbarmen zu erfahren. Lasst uns dies tun – direkt zum Jahresbeginn!

Facebook Twitter Instagram YouTube