Teil 1 – Geschichte des Messianischen Judentums

Auch wenn es unglaublich scheint, doch reicht die Geschichte des messianischen Judentums bis ins 1.Jahrhundert n.d.Z. Per Definition der Bewegung des Glaubens an Jeschua (messianischer Glaube) waren die ersten messianischen Juden die Schlichim (שליחים = die Gesandten), also eine kleine Gruppe Männer die persönlich von Jeschua ausgewählt waren, um Seine Jünger zu sein.

Seitdem sind knapp 2000 Jahre vergangen und doch wird das Thema heutzutage immer aktueller. Obdoch die messianische Bewegung einfach mehrheitlich aus Juden und einigen wenigen Nichtjuden besteht, die an Jeschua glauben, wird der Begriff des Messianismus heute (fälschlicherweise) eher als “Judenmission” bezeichnet. Wir bei BeitHesed sind keineswegs Anhänger des Bezeichnung “Judenmission”. Innerhalb des Judentums ist dies ein negativer Begriff, jedoch innerhalb christlicher Kreise sehr willkommen – den Juden ihren Messias geben, das wäre doch etwas!

Derzeit gibt es hierzulande und besonders in Israel, der Heimat des Judentums, kaum Zeitungen, die noch nicht auf das Thema zu sprechen gekommen sind. Es wird einiges geschrieben, und nicht nur von außerhalb des Judentums. Es ist vielerorts eine Angelegenheit der Rabbiner geworden. Man kann die Bewegung und ihre Tendenzen nicht mehr wegerklären, wie vielleicht noch vor 50 Jahren. Es ist aktuell, und akut. Sie wächst besonders in Israel und findet immer mehr Anklang in allen Schichten der Gesellschaft. Was man festhalten kann ist, dass es einfach zu einer modernen Sache geworden ist. Auch wenn es nicht unbedingt darum geht den Juden das Evangelium verständlich zu machen, sind allerlei allerlei Artikel zu finden, die das Thema einfach besprechen, weil es interessant ist. So etablierte sich etwa der Begriff “Judenmission” anstatt “Evangelisation” oder etwas Ähnlichem – klingt ja spektakulärer. Wenn man sich durch die Artikel, welche die messianische Bewegung besprechen, durchschaufelt, entdeckt man ein interessantes Phänomen: man schreibt darüber und trotzdem bleibt man neutral.

Man hat dazugelernt – durch die ganze Geschichte des Christentums hindurch: sei ja vorsichtig mit den Juden – denn wer weiß wie die Welt morgen aussehen wird…

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Thema “Juden” in Deutschland fast verboten. Man fühlte sich Juden gegenüber schuldig. In der ehem. UdSSR herrschte der Kommunismus und die Evangelisation der Juden war überhaupt kein Thema. In Israel beschäftigte man sich mit der Bekämpfung arabischer Extremisten und wirtschaftlicher Probleme und merkte dabei die langsame Entstehung messianischer Gemeinden nicht. In Amerika, wo am meisten Juden leben, versuchte man, trotzt der Verbreitung des Evangeliums besonderes unter englischsprechenden (einheimischen) Juden, demokratische Prinzipien nicht zu verletzen. Darum sah dort die Evangelisation der Juden im Groben eher als eine sprachenlose Demonstration, als eine Verkündigung des Wortes Gottes aus.

Vor fünfzehn Jahre, als die kommunistische Maür teilweise zusammengebrochen ist, kam es zu der dritte und stärksten Welle jüdischer Immigration. Die Welt hat angefangen Russisch zu lernen. Anstelle früherer jüdischer Immigrationen aus Osteuropa, als man sich mehr vertrieben als ausgewandert gefühlt und deswegen kleine Heime in Ländern der Immigration gebaut hat, versuchen heutige jüdische Immigranten sich so schnell wie möglich in die fremde Gesellschaft einzuwurzeln. Deswegen hört man Russisch nicht nur auf der Briten Beach, in Haifa, in Berlin oder in Mon Montre, sondern überall. Und dadurch wurde die Welt, und in erster Linie die evangelikale Welt gezwungen, über Juden zu reden. Orthodoxe Juden versuchten im Gegenteil so schnell wie möglich die “Befreiten” aus der unreligiösen Mitte zu fesseln und “nach Hause” zu bringen. Sie hatten jedoch ein Problem – sie kannten kein Russisch und waren deshalb fast erfolglos. In derselben Zeit reagierten auch westliche progressive christliche und messianische Missionswerke und sandten an dieses frische Missionsfeld einige ihrer Missionare. Plötzlich passierte etwas, was man kaum erwartet hat: Tausende von russischen Juden kamen zum Glauben an Jesus und viele messianische Gemeinden und jüdische Missionswerke wurden gegründet, was wiederum eine neu Welle von Evangelisationen unter Juden hervorgerufen hat. Diese neu Bewegung erfrischte die schon existierenden messianischen Gemeinden und es wurde eine ständige Evangelisation ins Leben gerufen. Die Reaktion orthodoxer Juden war die Aufforderung die “Judenmission”, die aufgrund der Christengeschichte schlimmste Folgen haben könne, zu stoppen. Dazu kamen konservative Christen, die ihr Glaubensbekenntnis nicht ändern wollen, sodass das negative Wort “Judenmission” modern und teilweise positiv im Sinne des öffentlichen Redens geworden ist. So bleibt es bis heute.

Das Ziel meiner Arbeit ist nicht Kritik den gegenüber auszuüben, die hinter dem Wort “Judenmission” ihren Antisemitismus, Unglauben oder einfach die Unfähigkeit das Wort Gottes zu verstehen, verstecken, sondern ein Versuch aufgrund der erhaltengebliebenen Dokumente, Bücher und auch der eigenen Erfahrung eines Missionars des ältesten jüdisch – messianischen Missionswerkes und Pastors einer der ersten nach dem Krieg entstandenen messianischen Gemeinden, der am Anfang der Entstehung der messianischen Bewegung in Deutschland war, den ewigen Plan Gottes mit dem jüdischen Volk, der heutzutage vor unseren Augen in die Tat umgesetzt wird, zu verdeutlichen. Dadurch möchte ich einfach die Zeit in der wir leben und die Aufgabe, die der Herr aus seiner Gnade und Liebe uns gegeben hat, hervorheben. Denn ich bin absolut überzeugt, dass das Teilnehmen im Plan Gottes nicht nur eine Pflicht, sondern ein wunderbares Privileg ist.

“Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut es nicht, dem ist es Sünde.” Jak. 4:17

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