Freiheit

Eines Samstags ging Jeschua üblicherweise in die Synagoge „Und es wurde ihm das Buch des Propheten Jesajas gereicht; und als er das Buch aufgerollt hatte, fand er die Stelle, wo geschrieben war: “Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, Armen gute Botschaft zu verkündigen; er hat mich gesandt, Gefangenen Befreiung auszurufen und Blinden das Gesicht, Zerschlagene in Freiheit hinzusenden, auszurufen das angenehme Jahr des Herrn”.

Und als er das Buch zugerollt hatte, gab er es dem Diener zurück und setzte sich; und aller Augen in der Synagoge waren auf ihn gerichtet.“ (Luk. 4:17-20). Dann haben viele Juden Jeschua angenommen. Und denen, die glaubten, dass er der Messias ist, sagte er: „ … Wenn ihr in meinem Worte bleibet, so seid ihr wahrhaft meine Jünger; und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. Sie antworteten ihm: Wir sind Abrahams Same und sind nie jemandes Knechte gewesen; wie sagst du: Ihr sollt frei werden? Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist der Sünde Knecht. Der Knecht aber bleibt nicht für immer in dem Hause; der Sohn bleibt für immer. Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein.“ (Joh. 8:31-36).

Heute werden wir über ein interessantes Thema sprechen. Für den Anfang lesen aus dem Tenach, aus dem 1. Buch der Chronik, 4. Kapitel, Verse 9-10: „Und Jabez war geehrter als seine Brüder; und seine Mutter gab ihm den Namen Jabez, indem sie sprach: Mit Schmerzen habe ich ihn geboren. Und Jabez rief zu dem Gott Israels und sprach: Wenn du mich reichlich segnest und meine Grenze erweiterst, und deine Hand mit mir ist, und du das Übel fern hältst, daß kein Schmerz mich trifft! … Und Gott ließ kommen, was er erbeten hatte.“ Jabez – Kummer, ist nicht der beste Name, aber es war kein andrer, der zu Gott gerufen hat und Er hat ihm geantwortet. Die Besonderheit dieser Verse ist, dass in der Bibel nirgendwo anders die Rede von Jabez ist. Es gibt weder eine Parallelstelle, noch eine Präzisierung – nichts. In der Theologie wurde eine riesige Anzahl von Werken darüber geschrieben. Das ist aber auch nicht besonderes – hier hat man viel Platz für Phantasie. Doch was besagt uns diese Stelle aus dem Tenach?

Im Jahre 515 v.Chr. haben die Juden nach dem Befehl des Königs Kir das Recht und die Unterstützung bekommen, aus Babylon nach Judäa zu gehen, um dort den Tempel wieder aufzubauen. Während der 70 Jahre der babylonischen Gefangenschaft haben die Juden viele ihrer Traditionen und ihre Sprache verloren (die meisten sprachen aramäisch). Und nun, damit die Erinnerung an die Vergangenheit nicht auch noch verloren geht, wird das Buch der Chronik, wo der Stammbaum von Adam bis Noah, von Noah bis Abraham, von Abraham bis zu den Söhnen Jakobs, der von Gott zu ‚Israel‘ umbenannt wurde, festgehalten wird, zusammengestellt. Einer der Söhne Israels war Judas, der Urvater das Königs Davids, dessen Nachkomme Jabez und schließlich auch der versprochene Messias – Jeschua war. Übrigens wird im Tenach der Stammbaum, der zu Jeschua führt, sehr ausführlich beschrieben, wohingegen andere nur am Rande erwähnt werden. Und in diesem Heiligen Buch ist auch eigenartiger Weise das Gebet des Jabez enthalten. Vielleicht war dieses Gebet so etwas wie eine wahre Geschichte, die von den Juden von Generation zu Generation weitererzählt wurde. Die Juden der damaligen Zeit verstanden worüber es handelt. Ein Mann namens Kummer bittet Gott von ihm die Trauer zu nehmen. Und Gott sendet es ihm zu. Gott Israels ist ein lebendiger Gott, der sein Volk erhört und liebt.

Noch eine Geschichte: „Dann antworteten ihm etliche der Schriftgelehrten und Pharisäer und sprachen: Lehrer, wir möchten ein Zeichen von dir sehen. Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht begehrt ein Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden, als nur das Zeichen Jonas’, des Propheten. Denn gleichwie Jonas drei Tage und drei Nächte in dem Bauche des großen Fisches war, also wird der Sohn des Menschen drei Tage und drei Nächte in dem Herzen der Erde sein.“ (Mt. 12:38-40). Ich möchte ihnen nicht von Jonas erzählen, sondern ich möchte ihre Aufmerksamkeit auf die Worte Jesus lenken. Ein böses Geschlecht, was sich im Original wie ‚Poneros‘ anhört, bedeutet außer böse auch noch krank. Wie anders ist diese Antwort im Vergleich mit der, die Jabez – Kummer erhalten hat! Wie David in seinen Psalmen schrieb: „gegen den Reinen erzeigst du dich rein, und gegen den Verkehrten erzeigst du dich entgegenstreitend“.

In (Luk. 8:36) sagte Jesus: „…Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr wirklich frei sein“. Wovon frei? Und was ist Freiheit? Eine Schwester erzählte, dass als sie in Amerika war man sie gefragt hat: „Fühlen sie unsere Freiheit?“. Sie verneinte. Doch als sie zum ersten Mal ihren Lohn erhalten hatte und in ein Geschäft hineinging, fühlte sie es. Eine Frau sagte mir, sie fühle sich frei, wenn sie hingehen kann und eine Wahl hat. Aber wenn ich mich jeden Morgen waschen, mir die Zähne putzen, auch 3 Mal am Tag essen und mindestens 8 Stunden arbeiten muss, wo bleibt die Wahl? Und wenn ich in der übrigen Zeit in ein Geschäft gehe, um dort nur von dem was es gibt etwas aussuchen kann, ist das Freiheit? Wofür kam dann der Herr auf diese Erde?

Es gibt wie im Judentum so auch im Christentum ein trauriges und schädliches Irrtum, dass der Segen vor allem das Reichtum ist. Nein, der Segen ist vor allem die Freiheit! Anhand der Schrift haben die Theologen eine wunderbare Folgerung gezogen, dass die Freiheit die Möglichkeit ist, Entscheidungen zu treffen oder zu wählen, ohne dabei unter Affekt zu stehen, d.h. ohne unter Druck zu sein. Und jetzt die Frage – wer von uns ist dazu imstande? Wir alle hängen von etwas ab: von unserer Erziehung, Ausbildung, der politischen Situation, unserer Laune, seelischer Fassung. Wer von uns ist davon frei?

Die Pharisäer und Schriftgelehrte baten Jesus ihnen ein Zeichen zu zeigen. Wie schnell haben sie die Heilung des Aussätzigen, die Heilung des Diener des Hauptmannes, die Heilung der Schwiegermutter Simons, die Bändigung des Gewitters auf dem See von Tiberias, die Heilung der Besessenen, des Gelähmten, der Blinden, des Mannes mit einem trockenem Arm in der Synagoge, der Frau, die 18 Jahre an Blutungen litt, die Auferstehung der Tochter des Synagogenvorstehers usw. vergessen. Wie viele Zeichen sollten noch gegeben werden? Aber es werden noch weitere Zeichen gegeben: die Heilung des abgehackten Ohres des Soldaten, der von den Hohenpriestern gesandt war, um Jesus zu verhaften; das Zeichen des Jona, die Prophezeiungen der Propheten bezüglich des Messias im Tenach; die Zerstörung des Tempels nach dem Tod des Messias, die mit mathematischer Genauigkeit gegebene Prophezeiung des Daniels und des über Jerusalem weinenden Jesus – all das ist schon in Erfüllung gegangen. Aber es kommt noch eine Zeit für die Erfüllung der Worte Jesus über sein zweites Kommen nach Israel, für die Rettung der Juden vor den Heiden, die aus der ganzen Welt von dem Antimessias gegen Israel versammelt werden, und über die Bekehrung der am Leben gebliebenen Juden zu ihrem wahren König-Messias, dem Sohn Davids, Jeschua haMaschijach.

Jetzt ist das Chaos in der Welt los: Kriege, Erdbeben, Hungersnöte, Terrorismus, Krankheiten. Die Welt träumt nur noch von einem starken Herrscher mit einer festen Hand. Das eigentliche Verständnis der Freiheit ist entstellt. Wer von wem besiegt ist, der ist auch dessen Sklave. Wer kann behaupten, dass er nicht sündigt? Wer sündigt, ist der Sklave der Sünde (Joh. 8:34). Jeschua kam, um uns von der Sünde zu befreien, deren Folgen all das sind, was heutzutage in der Welt passiert. Er ist gekommen, um uns frei zu machen, indem Er die Schuld unserer Sünden auf Sich geladen hat. Die Frage an uns ist, ob wir daran glauben. Sind wir bei unserer Entscheidungen frei? Sind unsere Entscheidungen wahrhaftig? Wenn nicht, was sollen wir tun?

Wenn es in Ihrem Haus eine Bibel gibt, können Sie noch eine interessante Geschichte lesen (Jes. 36:11-22), die von dem Widerstand des judäischen Königs Hiskia gegen die Assyrer, die ihn in seiner Stadt belagerten, spricht. „Daß Hiskia euch nicht verführe, indem er spricht: Jehova wird uns erretten! Haben die Götter der Nationen ein jeder sein Land von der Hand des Königs von Assyrien errettet? Wo sind die Götter von Hammath und Arpad? Wo die Götter von Sepharwaim? Und haben sie Samaria von meiner Hand errettet? Welche sind es unter allen Göttern dieser Länder, die ihr Land von meiner Hand erretten haben, daß Jehova Jerusalem von meiner Hand erretten sollte?“ Alle Juden sind in Angst und Schrecken, keiner ist imstande Entscheidungen zu treffen, egal was man tut – alles ist schlecht.

Man erzählte mir von Menschen, die zum Tod verurteilt worden sind: je näher die Zeit der Hinrichtung rückt, desto kleiner wird die Fähigkeit zu denken und Entscheidungen zu treffen, desto schwerer die Depression, desto weniger Freiheit hat man. Die Judäer waren damals in solch einem Zustand, in dem man einfach keine Möglichkeit hatte Entscheidungen zu treffen. Die Worte Rabsaks klangen viel zu überzeugend. Alle Länder, durch die die Assyrer marschiert sind, waren ihnen unterworfen. Und die Judäer waren in einem Zustand, als ob sie zum Tod verurteilt wären und keine Hoffnung auf Rettung hätten. Wie soll man Entscheidungen treffen? Wie verhalten wir uns? Fordern wir Zeichen oder suchen wir das Angesicht Gottes? „Ein böses, krankes und ehebrecherisches Geschlecht!“ Und was tat der König Jerusalems?

Hiskia hat die einzig richtige Entscheidung getroffen – er wand sich an einen Propheten, der für die gebetet hat, die noch am Leben waren. „Und die Knechte des Königs Hiskia kamen zu Jesaja. Und Jesaja sprach zu ihnen: Also sollt ihr zu eurem Herrn sagen: So spricht der Herr: Fürchte dich nicht vor den Worten, die du gehört hast, womit die Diener des Königs von Assyrien mich gelästert haben. Siehe, ich will ihm einen Geist eingeben, daß er ein Gerücht hören und in sein Land zurückkehren wird; und ich will ihn durchs Schwert fällen in seinem Lande.“ Jesaja betete wie Jabez, David, Petrus, Paulus und Gott antwortete ihm. Dieses Gebet muss auch unser Gebet werden. Warum antwortete Gott auf diese Gebete? Weil sie seinem Willen entsprachen. Er will, dass wir frei sind. Er kam in diese Welt, starb und stand aus den Toten auf, damit wir nicht traurig, sondern frei sind. Ich weiß nicht wer Jabez war, habe keine Ahnung wie er lebte, wie viele Kinder, Häuser, Geld er hatte usw. Doch ich weiß, dass er seinem Namen „Kummer“ 100%-ig entsprach. Er verstand, wer er war und, dass er ohne Gott in dieser Situation niemals zurechtfinden wird. Deshalb bekam er das Erbetene.

Nach den 70 Jahren in Babylon, kehrten die Juden in ihr Land zurück. Vieles war verloren. Sie stellten das Buch der Chronik – „Divrejajamim“ oder auf griechisch „Paralepomenon“ zusammen und schrieben auch das Gebet des Jabez – Kummer hinein. Mit anderen Worten besagt es nichts anderes als: vertraue auf Gott und alles wird gut! Es ist besser ein Diener Gottes zu sein, als einer der Sünde, deren Vater Satan, der für den ewigen Untergang verurteilt ist.

Wer sind wir? Wie ist unser Name? Können wir, wie unser Urvater Jakob, auf die Frage Gottes „Wie ist dein Name?“ antworten : „Lügner“? Denn nur deshalb hat Gott Jakob gesegnet und ihm einen neuen Namen gegeben, nämlich „Israel“, dass „Gott wird für dich kämpfen“ bedeutet. Können wir, anstatt auf unsere flüchtigen Erfolge oder Mißerfolge, auf den Sieg Gottes, der uns durch das Blut des Messias befreit hat, blicken? In diesem Leben hat man uns die Wahl zwischen zwei Herren gegeben – entweder Gott oder Satat; einen dritten gibt es nicht.

Wähle das Leben! Wähle die Freiheit!

 

Facebook Twitter Instagram YouTube