Vor allen Dingen habt untereinander beständige Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge. Seid gastfrei untereinander ohne Murren (1. Petr 4:8-9)

Die messianische Gemeinde ist der Ort, an dem die Liebe gelebt wird. Sie ist das »neue Gebot« unseres Herrn Jeschua und dadurch ist sie ein Hauptangriffsziel des Feindes, Satans. Er lässt der Gemeinde alles (Glaube, Hoffnung usw.), aber er stört (und zerstört) die Liebe.

Und wenn er das erreicht hat, stirbt der geistliche Mensch und damit auch die Gemeinde. Jeschua sagt darum auch mahnend gerade über die Endzeit: „Die Liebe wird in vielen erkalten“ (Mt 24,12). Deshalb ermahnt auch Kefa (Petrus) zur Liebe – „vor allen Dingen“. Die Liebe unter Geschwistern hat erste Priorität im Gemeindeleben, nicht nur während des Gottesdienstes oder der Bibelstunde, sondern im Alltag! Alles andere ist nachgeordnet. Ohne die praktische Liebe ist alles andere nichts (vgl. 1. Kor 13:2f.). Die geistliche Liebe gestaltet die Gemeinde, macht sie lebendig und ist ein anziehendes Zeugnis nach außen Durch diese erkennbare Liebe werden fremde Menschen und Besucher von der Gemeinde angezogen.

„Beständig“, beharrlich ohne Unterbrechung , sollen wir diese Liebe üben. Gerade da, wo der andere mir Mühe macht, ja schuldig wird, bewährt sich die geistliche Liebe. Mit einem Wort aus Sprüche 10:12 macht das Kefa deutlich: „Die Liebe deckt auch der Sünden Menge.“ Liebe, die den andern nicht loslässt, ringt um den schuldigen Bruder und lernt und übt heilende Vergebung, auch wenn der andere immer wieder sündigt. Kefa hat gewiss noch Jeschuas Antwort im Herz auf seine Frage: „Wie oft muss ich meinem Bruder vergeben?“ Jesus antwortet ja mit der „Füllezahl“: „Siebenmal Siebzigmal“ (Mt 18:21f.). Das ist „beständige Liebe“, die viele Sünden „(zu)deckt“. „(Zu)decken“ heißt nicht, fünfe gerade sein zu lassen. Die brüderliche Liebe spricht die Sünde deutlich an – als Akt der Liebe – , aber sie hilft dem Bruder wieder zurecht und hilft ihm seine Last tragen.

Diese Liebe wird praktisch und konkret gelebt. Die „Heiligen“ öffnen einander nicht nur ihr Herz, sondern auch ihr Haus. So fanden ja auch die ersten messianischen („christlichen“) Gottesdienste in den Häusern statt. Solche Gastfreundschaft soll von Herzen kommen; das wird durch den Ausdruck „ohne Murren“ gesagt. Das griechische Wort meint „murmeln“, betont also das untergründige „mürrisch sein, brummig sein, heimlich reden“. Das verdirbt die Atmosphäre und stört die Liebe zutiefst, wenn die Gastfreundschaft nur widerwillig und unter Zwang geübt wird. Herzliche Gastfreundschaft ist eine Voraussetzung für das gesegnete Wachstum unserer Gemeinde und wird im Brit Chadascha (NT) deshalb immer wieder betont.